Darf Kunst Freude machen?

Gläserklirren, wohllauniges Publikum beim angeregten Diskutieren und gefälligen Plaudern, Eröffnungsansprache einer Vernissage. Am Ende seiner Rede wünschte der Galerist seinen Gästen und Sammlern „Gute Unterhaltung und viel Freude beim Kunstgenuss“.




Einer der anwesenden Kunstkritiker monierte blasiert, wohl nur die Ungebildetsten unter den Kunstfreunden würden Kunst lediglich genießen und sich daran erfreuen. Man möge sich durch Kunst doch besser zum ernsthaften Nachdenken anregen lassen. Die Kunst würde in unserer oberflächlichen Zeit nur zu schnell als leicht konsumierbare Kost betrachtet.


Nun bin ich hingegen der Meinung, dass gute Kunst per se genau gar nichts MUSS, auch nicht der Mehrheit gefallen, ebenso nicht zwangsläufig zum Nachdenken anregen. Kunst muss im Gegensatz zum Design auch keinen Zweck erfüllen. Sie ist einfach da. Und auch wenn gute Kunst nichts MUSS, so DARF sie jedoch manchen bierernsten Theoretikern zum Trotz den Menschen Freude machen, Begeisterung auslösen, Gefallen finden, zur Besinnlichkeit anregen, zum Träumen verleiten, den Betrachter aus dem Alltag herausheben und in die Kontemplation geleiten oder ganz einfach eine nackte Wand zum Strahlen bringen.



Jonathan Meese, das enfant terrible der zeitgenössischen Kunstwelt, meinte im Juni des Vorjahres in einem ORF-Interview zum Anlass seiner Parsifal-Pemiere in Wien „Erfolg in der Kunst kann nur Liebe zur Kunst, also Dienst an der Sache sein. Menschen, die von der Kunst ideologische Belohnung erwarten, sind Horror“. Und diese innere Freiheit ist das gleichermaßen Verstörende wie Spannende und Schützenswerte an der Kunst.


In diesem Sinne wünsche ich allen Kunstfreund_innen viel Freude und Spaß beim Kunstgenuß auf GALARTERY.shop.

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